Leitbild
zur Auftaktveranstaltung am 4.9.2002 im Rathaus zum Zukunftskonzept Bad Honnef 2010
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich freue mich, Ihnen heute eine für die Zukunft Bad Honnefs wichtige Aufgabe vorzustellen:
Schon vor einiger Zeit haben wir in Politik, Rat und Verwaltung einvernehmlich vereinbart, dass wir ein Leitbild für Bad Honnef brauchen. Alle Parteien und Wählervereinigungen verfolgen mit der Verwaltung gemeinsam dieses Ziel und hoffen auf ein reges Interesse von Bürgerinnen und Bürgern, von Vereinen, Initiativen sowie deren aktiver Mitarbeit.
Lassen Sie mich kurz
erläutern, was wir unter einem städtischen Leitbild verstehen:
Ein
städtisches Leitbild
Am Leitbild orientieren sich künftig alle neuen Strategien und Maßnahmen.
Auch die laufenden Initiativen und Aktivitäten sollen im Hinblick auf ein
gültiges Leitbild überprüft und ggf. modifiziert werden. Damit können die
verschiedenen Akteure in Bad Honnef zielgerichtet handeln. Nicht nur die Arbeit
der Politik und Verwaltung, sondern auch konkrete Projekte und Maßnahmen aktiven
Bürgerengagements sollten sich am Leitbild orientieren.
Das Zukunftskonzept
Bad Honnef 2010 wird ein konzeptioneller Rahmen sein, der den handelnden
Akteuren in Politik, Bürgerschaft und Verwaltung den Weg weist, ohne sie auf die
konkrete Vorgehensweise und Umsetzungsbeiträge im Detail festlegen zu können und
zu wollen.
Eine Verständigung über Parteien / Wählervereinigungen, Vereine,
Initiativen, Institutionen etc. hinaus ist das Ziel, um eine größtmögliche
Akzeptanz unter Bürgerinnen und Bürgern zu erreichen.
Ein städtisches Leitbild berücksichtigt im Ergebnis:
Für die Entwicklung eines Leitbildes ist es wichtig, das Wissen und die Erfahrungen gesellschaftlich engagierter Bürgerinnen und Bürger zu bündeln. Das Leitbild wird dann besonders überzeugen, wenn aus diesen Interessenlagen und Erfahrungen die richtigen Schlüsse gezogen werden und wenn ein möglichst breiter Konsens über die Zielvorstellungen vorhanden ist .
Das Leitbild sollte im Ergebnis daher:
Dann bietet es allen Entscheidern Orientierung und Sicherheit.
Einer der ersten Schritte der praktischen Arbeit wird eine gründliche
Stärken-Schwächen-Analyse sein. „Hierzu muss alles Wichtige auf den Tisch.“
Kernfragen sind:
Das heißt, es geht auch darum, Visionen zu haben und sie zu
formulieren.
Zu diesen zentralen Fragen werden die Arbeitsgruppen, die wir
einrichten, geeignete Werkzeuge einsetzen, um die Meinung der Bürgerinnen und
Bürger aktiv einzuholen und sie zu bündeln. Dies können z.B. Workshops oder
Bürgerbefragungen in unterschiedlicher Art und Weise sein.
Aus diesen
Ergebnissen und damit der Bilanz einer Stärken-Schwächen-Analyse werden die
Zukunftsziele für die jeweiligen Handlungsfelder entwickelt und anschließend zu
einem Gesamtbild, eben dem Leitbild, und damit dem Zukunftskonzept Bad Honnef
2010 zusammengefasst.
Sie werden sich vielleicht die Frage stellen: Warum
geht Bad Honnef diesen Weg überhaupt? Muss das denn sein?
Der Rheinländer
als solcher soll ja geneigt sein zu sagen: „Et is noch immer joodjejange.“
Und: Wann hat denn in Politik schon mal die Bürgermeinung interessiert?
Können wir als Bürgerinnen und Bürger denn überhaupt etwas erreichen?
Nun,
das Demokratieprinzip geht von verantwortlich handelnden Bürgerinnen und Bürgern
aus. Die Gemeindeordnung erklärt daher den Willen der Bürgerschaft zum obersten
Maßstab des Handelns von Rat und Verwaltung. Dies ist im Kern gemeint, wenn von
Bürgerkommune gesprochen wird.
Ich darf Ihnen versichern: Es entspricht
unserem modernen Demokratieverständnis, unterschiedliche Formen der
Bürgerbeteiligung in die Arbeit von Politik und Verwaltung viel intensiver
einzubeziehen. Diesen Weg gehen wir jetzt aktiv - getragen von allen im Rat der
Stadt vertretenen Parteien. Denn die Entwicklung eines städtischen Leitbildes
ist eine solch zentrale Aufgabe, die nur mit einer breit angelegten
Bürgerbeteiligung Sinn macht.
Bad Honnef liegt sozusagen voll im Trend, denn
bei der Entwicklung eines Zukunftskonzeptes handelt sich um ein zeitgemäßes
Steuerungsinstrument kommunaler Entwicklung.
Es geht es um eine
überparteiliche Verständigung auf Zukunftsziele. Ziele werden nicht „von oben“
vorgegeben, sondern werden von Bürgerinnen und Bürgern formuliert und im
Ergebnis mitgetragen. Sie bilden die Richtschnur für kommunales Handeln. Mit
einem städtischen Leitbild können alle Beteiligten nur gewinnen, denn den
künftige Arbeit in konkreten Projekten erfolgt wesentlich
zielgerichteter.
Bereits in den Arbeitsgruppen zur Leitbildentwicklung ist
die Bürgerbeteiligung sichergestellt. Hier arbeiten nicht nur Parteien und
Wählervereinigungen sowie ausgewählte Vereine, Verbände und Initiativen mit,
sondern auch weitere, „normale“ Bürgerinnen und Bürger, die sich in dieser Sache
beteiligen und engagieren wollen Wir haben uns sehr über die mehr als 30
Interessenbekundungen zur Mitarbeit gefreut, die uns bis heute erreicht haben.
Aber: In einigen Arbeitsgruppen sind noch Plätze frei. Vielleicht möchten auch
Sie aktiv mitarbeiten? Die Stadtverwaltung nimmt heute und auch noch in den
nächsten Tagen Ihre Interessenbekundungen entgegen.
Über die Arbeit in den
Arbeitsgruppen hinaus soll die inhaltliche Mitarbeit über geeignete Wege der
Bürgerbeteiligung noch breiter angelegt sein. Dies werden die Arbeitsgruppen
sicherstellen, frei nach dem Motto „Bürger - aus Zuhörern werden
Beteiligte“.
Damit besteht für alle Bürgerinnen und Bürger eine echte Chance
zur aktiven Mitwirkung bei der Gestaltung der Zukunft der Stadt.
Denn, ich
möchte es noch einmal betonen: Künftig sollen sich alle wichtigen Entscheidungen
von Politik, Rat und Verwaltung sowie das bürgerschaftliche Engagement an dem
Leitbild und dem Zukunftskonzept Bad Honnef 2010 orientieren.
Insofern muss
es sich bewähren. Es muss verstanden und akzeptiert sein. Und es muss einen
schlüssigen strategischen Rahmen darstellen, aus denen sich sinnvolle
Einzelmaßnahmen und Projekte ableiten lassen, die wohlgemerkt nicht vorgegeben
werden. Denn die individuelle Gestaltungsfreiheit innerhalb des
Gestaltungsrahmen soll erhalten bleiben, so dass weiterhin Parteien und
Wählervereinigungen, Verbände, Initiativen usw. ihre individuellen Akzente
setzen können.
Und: Ein Leitbild muss von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand.
Wir wollen eine Zielperspektive bis 2010 formulieren. Das bedeutet, dass wir zu
gegebener Zeit, wahrscheinlich sogar schon vor 2010, überprüfen müssen, wo Bad
Honnef dann steht.
Wir müssen uns die Fragen stellen:
Aber, das ist wirklich noch ferne Zukunft. Lassen wir nun gemeinsam die
ersten Schritte auf dem Weg in die Zukunft Bad Honnefs gehen.
Dazu lade ich
Sie herzlich ein.
Ich möchte nun zu Herrn Faber überleiten. Herr Faber ist
Mitarbeiter der Firma Lemmens Consulting in Bonn. Er moderiert seit Juni 2002
die Lenkungsgruppe der Stadt Bad Honnef, die die Entwicklung des
Zukunftskonzepts Bad Honnef 2010 steuert. Es ist vor allem auch sein
persönlicher Erfolg, dass alle politischen Parteien und Wählervereinigungen in
der Zielsetzung und der Organisation des Leitbildprozesses geschlossen
zusammenstehen und sich über alle wesentlichen organisatorischen Schritte
verständigt haben. Herr Faber wird Ihnen nun erläutern, wie der Prozess der
Leitbildentwicklung organisiert ist, welche Möglichkeiten zur aktiven Mitwirkung
wir heute anbieten können, und wie wir uns vorstellen, die Zwischenschritte und
Ergebnisse zu kommunizieren.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.